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NEUERSCHEINUNG BEI WOLF RECORDS

                                                     WOLF CD 120.978 

                                        MISSISSIPPI 1930

                       A fictional journey to the land where the blues began                                                          

Al Cook, Pionier und dienstälteste Legende der Österreichischen Bluesszene feiert 2014 sein sage und schreibe 50 jähriges Bühnenjubiläum. Ein halbes Jahrhundert authentischer Blues ohne auch nur die geringste Konzession an den zeitgenössischen Musikgeschmack zu machen. Da gehört schon eine gewaltige Portion Überzeugung dazu.
Das beweist er, indem er uns noch vorher mit der wohl kompromißlosesten Produktion seiner Wolf-Records Serie überrascht. Die Idee dazu lieferten ihm die zahlreichen Neuerscheinungen eher popkulturell ausgerichteter Bluesproduktionen, die dem Publikum als Delta Blues verkauft werden, aber mit dem Genre oft nur periphere Ähnlichkeit haben. Nach fast einjähriger Arbeit strebt das Projekt „Mississippi 1930“ seiner Vollendung zu und wird voraussichtlich am 10. Dezember dieses Jahres bei Wolf Records erscheinen.

Den künstlerischen Ausgang dieser CD bildet die legendäre Delta-Blues Session vom Mai 1930, als  Charley Patton, Son House, Willie Brown und die junge Louise Johnson im Paramount Studio saßen und dem Mississippi Blues für alle Zeiten ihren Stempel aufdrückten. Zugleich hatten aber auch Tommy und Robert Johnson, sowie Tommy Mc Clennan und der frühe Tampa Red ihre Beiträge zur Bluesgeschichte geleistet. Doch wer glaubt, daß sich Al Cook in der bloßen Reproduktion von Bluesklassikern verrannt hat, irrt gewaltig. Er verarbeitet das Leben Charley Pattons, sowie Tommy Johnsons Alkoholproblem in Musik und erweckt die Persönlichkeit dieser legendären Bluesgranden in stilgetreuen Eigenkompositionen wieder zum Leben.

Dann greift Al Cook die Dramatik der aussagekräftigen Spielweise Robert Johnsons auf um das Ableben seiner langjährigen Lebensgefährtin zu porträtieren. Auch wenn es heute Legionen von Johnson-Epigonen gibt, Al Cook ist immer er selbst und setzt sich mit eindringlicher Stimmgewalt durch. Schließlich nimmt er sich als alter Elvis-Fan der allseits bekannten Big Boy Crudup Komposition „That's Allright Mama“ an und zieht sie von den späten 40ern direkt ins Mississippi der frühen 30er zurück, während der Pony-Blues Mythos, der einst durch Charley Patton und Son House begründet wurde, seine Fortsetzung im „Race Horse Blues“ findet.
Sogar der abergläubische Big Joe Williams, der Al Cook vor 40 Jahren verfluchte, weil er „Baby Please Don't Go“ mit einer neunsaitig bespannten Gitarre spielte, durfte nicht fehlen. Al Cooks „I'm Wild About You Baby“, begleitet von Stephan Rausch auf der Harp und der großartigen Karin Daym auf dem Kontrabaß soll dem alten Joe zeigen, daß man seine Musik immer noch liebt. Schließlich ist da noch der „Hard Delta Blues“, ein Portrait der Lebensbedingungen schwarzer Sharecropper im ländlichen Süden der 30er Jahre und eine Demonstration im frühen Tampa Red Stil, der ganz unusuell mit einer Tuba begleitet wird.

Doch Al Cook wäre nicht Al Cook, würde er auf die Demonstration des klassischen Delta-Blues Pianos vergessen. Vielleicht gibt es auf der Welt nicht einmal eine handvoll Musiker, die sich mit archaischem Barrelhouse-Piano befassen, aber das ist die Welt, in der sich Al Cooks Leidenschaft auf 88 Tasten auslebt und die Gitarristin und Blueslady Katie Kern sich daran begeistert, einer Nummer im Stile Louise Johnsons ihre Stimme zu leihen. Schließlich macht Al Cook noch einen kurzen Ausflug nach Alabama und setzt sich ans Klavier um die Bassistin Karin Daym auch als Interpretin von Lucille Bogans "Reckless Woman Blues" ins Rampenlicht zu stellen. Dann läßt Al Cook seinen Händen freien Lauf und sie belohnen ihn mit einer schönen, ungemein melodiösen Nummer, die er dem Magnolia State Of Mississippi als Hommage widmet. Sogar das klassische Eifersuchtsthema mit dem großkalibrigen Revolver fehlt nicht, denn aus einer 44er wird eine 45er Magnum.
Wer jedoch auf  archaischen Field-Holler Marke Hardcore abfährt, sollte sich die Abschlußnummer „No More Good Water“ anhören, bei der Al Cook bis an die Grenzen seiner stimmlichen Möglichkeiten geht. Da feiert Jaybird Coleman Urständ...aus Cooks rauher Kehle.
Ein „Must“ für Fans, die auf den wahren Blues stehen.