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Information und Pressetext.

AL COOK - Pionier und Legende des Blues

Al Cook, der „Authentische“, oder „die eiserne Legende des Blues“ wurde am 27. Februar 1945 als Alois Kurt Koch in der oberösterreichischen Kaiserstadt Bad Ischl geboren.
Aufgewachsen im Nachkriegs-Wien verlief sein Leben vorerst ohne Musik, da er bereits als Schüler den Wunsch hatte, Wissenschaftler auf dem Gebiete der Astronomie zu werden, was jedoch an den finanziellen Mitteln und dem sozialen Umfeld zwangsläufig scheitern mußte.

Im Juli 1960 mußte der geborene Individualist schließlich eine ungeliebte Mechanikerlehre annehmen, die ihn jedoch bald mit der Welt des Industrieproletariats konfrontierte.
Zu dieser Zeit kam Al Cook, der damals noch Alois Koch hieß, durch den Film „Gold aus heißer Kehle“ mit dem Rock n Roll und der Person des Hauptdarstellers Elvis Presley in Berührung.
An diesem Abend fällte der 15 jährige eine schicksalshafte Entscheidung, die sein Lebensziel von nun an bestimmen sollte....nämlich Musiker zu werden, um seiner sozialen Situation zu entfliehen.
Durch intensives Selbststudium machte sich der hochmotivierte Jüngling daran, sich mit dem nötigen Rüstzeug und Fachwissen für eine zukünftige Karriere auszustatten und erstand im Oktober 1963 seine erste Gitarre und am 17. Oktober 1964 fühlte sich Alois Koch schließlich reif für sein lange vorbereitetes Bühnendebut.
Doch mittlerweile änderte sich die Musikkultur und der erste öffentliche Auftritt als Rock n Roll Sänger scheiterte an der Popularität der Beatles, sowie am falschen Publikum.



Doch der Zufall wollte es, daß Al Cook durch einen Nachbarn mit der noch völlig unbekannten Welt des  historischen Blues in Berührung kam, deren Faszination abermals eine Entscheidung forderte, die noch weitreichender war.
Alois Koch wurde zu Al Cook und der Blues zu seinem Ausdrucksmittel.
Bewußt versetzte er die Thematik seiner Kompositionen ins schwarze Bluesmilieu der Zwischenkriegszeit, da er seit Beginn seiner Künstlerlaufbahn dem unaufhaltsamen Einfluß der Popkultur den Kampf ansagte.
Bis Ende der 60er agierte Al Cook vor unverständigem Publikum, bis ihn 1970 die progressive Folknik-Bewegung ans Licht der Öffentlichkeit brachte und die erste pure Bluesplatte mit einem weißen Nichtamerikaner produziert wurde.
In kürzester Zeit avancierte der damals 25jährige zum allseits bestaunten Programmpunkt diverser Folk- Rock- und Popveranstaltungen. Sogar Diskotheken gehörten zu Al Cooks Tourneeplan.
Die Fachpresse überschlug sich  damals in Superlativen und krönte Al Cook bereits im Alter von 28 Jahren zum „White King Of Black Blues“, während das „Jazz Podium“ ihn sogar zum besten Blueskünstler weißer Hautfarbe kürte, was das klassische Genre betraf.
Doch seine stete Weigerung, sich aus kommerziellen Gründen publikumsgefälliger und im erfolgsträchtigeren Populärgewand zu verkaufen, resultierten in einer wahren Odysee von einem Label zum anderen.



Die 70er waren aber zum Glück auch vom Zusammenspiel mit den letzten Giganten der historischen Bluesära geprägt. Pianisten wie Roosevelt Sykes und Little Brother Montgomery gaben Al Cook die Ehre.  Sogar Ikonen wie Johnny Shines und Honeyboy Edwards, die noch Freunde der Deltalegende Robert Johnson waren, teilten mit dem Wiener Bluesman die Bühne.
So kam es auch, daß der Blues in der heimischen Szene populär wurde und durch ambitionierte Musiker wie Erik Trauner und den Boogie-Woogie Pionier Martin Pyrker eine Hochblüte erlebte.
Al Cook war Vorbild und vor allem erster Live-Eindruck für zahlreiche Musiker, wenngleich sie auch später ihre eigenen Wege gingen.
Als Ende der 70er die Medienreform der Verbreitung nichtkommerzieller Musik ein Ende setzte, wurde es etwas ruhig um den Bluespionier aus Wien und sein Tätigkeitsgebiet verlagerte sich zum Großteil in die Klubszene.
Die frühen 80er Jahre waren geprägt von diversen Bandprojekten, die sich nach kurzer Zeit aufgrund inkompatibler Musikerpersönlichkeiten von selbst auflösten.
Im Sommer 1983 erlebte die Musikwelt ein Revival des klassischen Rockabilly-Trios und Al Cook fand in zwei zufällig entdeckten Musikern die idealen Begleiter.
Mit Schlagzeuger Harry Hudson und Bassist Mike Jerry hatte Al Cook einen durch Jahre anhaltenden Erfolg als Europas härtestes Rockabilly Trio. Da er jedoch immer wieder Abstecher zum Blues machte, polarisierte Al Cook sein Publikum und wurde durch das rassistische Statement eines Redneck-Fans auf den Boden des Blues zurückgeholt.



1989 gesellt sich der Pianist Charlie Lloyd zum Al Cook Trio und macht sich mit den verschiedenen Spielarten des klassischen Bluespianos vertraut. Nach dem beruflich bedingten Ausscheiden des Bassisten übernahm Charlie mit dem verbliebenen Schlagzeuger die tragende Rolle bei Bühnenauftritten und fallweiser Studioarbeit.

1993 fand Al Cook endlich den richtigen Produzenten für seine Bluesprojekte.
Er unterschrieb beim Blueslabel Wolf-Records, wo er seither als selbstproduzierender Musiker die schon immer angestrebte künstlerische Freiheit genießt.
Sieben CDs erzählen vom mannigfachen Schaffen dieses wahren Ausnahmekünstlers, der stets frei von zeitgeistiger Rückgratlosigkeit und kommerzorientiertem Denken war und vor allem auf sein Herz gehört hat. Durchwegs erstklassige Kritiken bestätigen die Richtigkeit dieser Produktionspolitik, denn die CD „The Barrelhouse Man“ wurde 2008 sogar für den Amadeus-Award nominiert.

Für seine kulturelle Pionierarbeit, sowie der unbeugsamen Treue zu sich selbst, wurde Al Cook im Jahre 2005 mit der goldenen Kulturmedaille seiner Geburtsstadt Bad Ischl und im Mai 2006 mit dem goldenen Ehrenzeichen der Stadt Wien ausgezeichnet.


Der Wahlspruch „Spiele nie um des Beifalls willen das falsche Lied“ begleitet Al Cook nun seit 45 Bühnenjahren. Wenn sich der Begriff des Blues auch geändert haben mag, Al Cook wird seinen Weg weitergehen, um die ursprüngliche Bedeutung dieser Musik nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.