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IM FORUM IST DER TEUFEL LOS - Seite 4
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Auch das will ich erklären.
Mir geht es bei dieser Frage erst einmal nicht darum, ob mir diese oder jene Nummer gefällt, oder nicht...oder ob das gute Musiker sind, oder nicht.
Ich grenze das Ganze vorerst einmal in Bezug auf die kulturelle Entwicklung der Afro-Amerikanischen Gesellschaft ab, die mit Ende der Fünfziger und dem Engagement in der frühen Bürgerrechtsbewegung der Symbolfigur des Uncle Tom und der Crow Jane ein jähes Ende gesetzt haben. Namen wie Martin Luther King, Malcolm X oder Elijah Mohammed als Urgestein der Black Muslims fungierten seither als Dreibein, auf dem sich das neue Selbstverständnis der Schwarzen konsolidierte.
Zum echt-ursprünglichen Blues aber gehört diese Uncle Tom Mentalität und dieses rudimentäre Spiel, wenns auch durch Lonnie Johnson zur Virtuosität ausgereift wurde.
Der neue Geist der Schwarzen manifestierte sich durch ein trockenes Statement des Vorzeigestars Tina Turner. Sie sagt es in ihrer Biographie frei heraus...“Ich will diesen Blues nicht mehr singen, Ich will Rock n Roll machen..“ (Wie auch immer sie diesen Terminus interpretiert). Auch Willie Dixon, der ungekrönte König des modernen Chicago Blues gibt es uns unmißverständlich...“Der Blues muß heute politisch sein...schluß mit dieser vorgestrigen Baumwollscheiße. Überall haben sie heute Computer und was gestern war, interessiert kein Schwein“. (Etwas frei übersetzt nach „I am the blues“, einer offiziellen Dixon Biographie)
Die Schwarzen als eigentliche Urheber dieser Musikkultur haben ihre ureigenste Schöpfung wie ein ausgeleiertes Grammophon auf die Müllkippe der Musikgeschichte geschmissen.
Wenn auch ein paar Musiker, wie z.B. Keb Mo den Blues noch pflegen, heißt das nicht, daß er ethnologisch gesehen, noch lebt.
Langer Rede kurzer Sinn, der Blues ist dahin. Zumindest für die, die ihn einmal geschaffen haben. (Anm.d.Verfassers)