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AL COOK - THE WHITE KING OF BLACK BLUES - Seite 6
Biographie
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Es folgte wieder eine längere Pause, während der er sich von seinem bisherigen Manager trennte und seine Geschicke selbst in die Hand nahm. Nach dem Tod von Elvis entwickelte sich langsam ein neuerlicher Rock'n'Roll-Boom. Hierzu wollte Al Cook seinen Beitrag leisten und eine Single produzieren. Aber als Perfektionist wollte er im Original-Sound erscheinen und klapperte in diesem Sinne alle Plattenfirmen ab, doch die Titel "Rock Me Baby" und "Hound Dog" waren allen nicht modern genug.

In der Folge suchte sich Al zwei junge, talentierte Musiker und bildete sie nach seinen Vorstellungen aus. Mit ihnen trat er monatelang im "Jonathan Seagull" in Wien 8., mit erdigem Rockabilly auf. Doch die Sehnsucht nach dem Blues und das zunehmend rechtslastige und rassistische Publikum (als er nur ein einziges Mal eine Bluesnummer einschob, trat man schon an ihn heran, diesen "Negerscheiß" zu unterlassen; man wolle nur "weiße" Musik hören) ließen ihn de facto über Nacht sein Engagement beenden und ihn wieder seiner großen Liebe zuwenden. An diese Zeit erinnert nur mehr die EP "Memphis 1954". Auf seinen nächsten beiden LP's demonstrierte Al dann seine Vielseitigkeit. Auf "A Legendary White Face Of Blues" und "On The Road To Rock & Roll" spannt er einen harmonischen Bogen vom Blues über Swing und Rhythm & Blues bis hin zum Rock'n'Roll. Nach leidlichem Verkauf dieser beiden Einzelplatten, näherte sich nunmehr sein 25-jähriges Bühnenjubiläum, das mit einer Doppel-LP, bzw. einer CD gewürdigt wurde. Die eine Hälfte war seinen historischen Aufnahmen gewidmet, während die zweite Hälfte aus dem Zusammenspiel Al Cooks mit der europäischen Bluesprominenz bestand. Dieses Jubiläum wurde zu einem richtigen Erfolg. Jetzt aber wollte Al endlich einmal wirklich nach seinen eigenen Vorstellungen arbeiten. Dazu schenkte ihm seine Frau zu seinem 48. Geburtstag ein Aufnahme-Mischgerät, u.zw. einen Fostex 280 4-Spur-Recorder. Als Werbeträger einer Saitenfirma wurde ihm vom Inhaber, Herrn Peter Infeld, freundlicherweise ein Aufnahmeraum zur Verfügung gestellt. Und so arbeitete Al Cook mehr als ein Monat an seiner neuen CD "Victrola Blues", die nicht nur bei seinen Fans sensationell ankam.