Pioneer and Legend Baumwolle Baumwolle
AL COOK - THE WHITE KING OF BLACK BLUES - Seite 5
Biographie
Seiten Index
Seite 1
Seite 2
Seite 3
Seite 4
Seite 5
Seite 6
Seite 7
All Pages

Mittlerweile war der Bekanntheitsgrad von Al Cook dermaßen gestiegen, daß ihn Amadeo zu Plattenaufhahmen ins Austrophon-Studio lud. Nach Überwindung seiner anfänglichen Scheu vor Aufnahmestudios entstand seine erste LP "Working Man Blues". Am 11.11.1970 wurde diese Platte im Musikhaus "Dreiviertel" eher lieblos präsentiert. Ohne anwesender Presse war sie eigentlich eher eine Präsentation des Brötchenverzehrs. Da auch in der Folge keine Werbung vorhanden war, hielt sich der Verkauf sehr in Grenzen und die Plattenfirma war eigentlich nicht sehr zufrieden.

Al selbst, der ja den Klang der Schellacks in den Ohren hatte, war auch mit dem cleanen Sound der Produktion unglücklich. Also versuchte er zu Hause die Aufnahmesituation der 30er-Jahre wiederherzustellen. Anstelle eines hochwertigen Mikrophons verwendete er die Ohrmuschel eines alten Kopfhörers. Da er ja auch so spielen kann wie die klassischen Bluesmusiker, entstanden tatsächlich Aufnahmen, die den Originalen zum Verwechseln ähnlich waren. Später versuchte er mit Erfolg auch noch ältere Mikrophone. So entstand ein privates Band im Schellack-Sound. Eines Tages sprach ein privater Produzent Al darauf an, dieses Band ohne weitere Studiokosten einfach auf Platte zu pressen. So entstand die LP "Slide Guitar Foolin'". Das Besondere daran: das Cover besteht aus Wellpappe und darüber wurde bedrucktes Packpapier geklebt. So wurde die Platte an die Journalisten versandt und brachte ihm das Prädikat "The White King Of Black Blues" ein.

Dadurch wurden auch wieder Plattenfirmen auf Al aufmerksam und Bellaphon produzierte mit ihm 1975 die LP "Hard Rock Blues". Nur sparte man am falschen Platz. Statt in die Studios zu gehen, wurde dieses Album einfach in den Büroräumen der Bellaphon lieblos produziert und so ergaben sich natürlich auch keine berauschenden Verkaufserfolge.