Pioneer and Legend Baumwolle Baumwolle
AL COOK - THE WHITE KING OF BLACK BLUES - Seite 4
Biographie
Seiten Index
Seite 1
Seite 2
Seite 3
Seite 4
Seite 5
Seite 6
Seite 7
All Pages

Von nun an wollte er nur mehr solo agieren. Er zog sich wieder einmal für ein Jahr zurück und vervollkommnete sich weiter in der Technik des klassischen Blues. Vor allem modifizierte er seinen Gesang dahingehend, daß er sich die negroiden Techniken aneignete. Dies natürlich wieder durch langes und intensives Abhören der Originale. Aber dazu kam auch ein ganz wesentlicher Punkt, nämlich das eingehende Interesse an dem Umfeld, in dem diese Musik entstanden ist. Die Frage von Auftrittsmöglichkeiten löste sich insoferne recht gut, als ihn ein Anruf der "Worried Men Skiffle Group" erreichte und sie ihm anboten im "Golden Gate Club" in der Akademiestraße zu spielen. Dieser Club war die Wiege der gesamten Szene und Al spielte Sessions mit den Milestones oder mit Willie Resetarits, dem heutigen Ostbahn-Kurti. Noch heute besitzt er Aufnahmen, bei denen Christian Kolonovits im Hintergrund Klavier spielt und 1971 war Wolfgang Ambros im Vorprogramm von Al Cook zu finden. 1970 wurde der Club geschlossen und die Szene übersiedelte in die "Jazz Förderation" in der Währinger Straße. In beiden Lokalen feierte Al seine ersten Triumphe und es sollte dies der eigentliche Anfang seiner Karriere werden. Bei Folk-Konzerten auf der Universität war Al Cook der Star und bei der Arena-Besetzung trat er nicht als Besetzer, sondern als Star des Abends auf. Dies alles aber vor Anbruch der Dialekt- und Disco-Welle, denn diese neuen Trends schwemmten viele gute Musiker ehrlichen Blues an die Gestade des schnöden Mammons in die Arme der Pop-Musik. Wobei dies keinerlei Bewertung darstellt, denn ein guter Musiker ist überall ein guter Musiker, nur war es schade, daß diese Talente dem Blues verloren gegangen sind.