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AL COOK - THE WHITE KING OF BLACK BLUES - Seite 2
Biographie
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Als er sich dann so halbwegs perfekt fühlte, wurde am 17.10.1964 in Wien, Landstraße Hauptstraße 96, zufällig eine Sektion einer politischen Partei eröffnet. Aus diesem Anlaß fand dort ein Jungmusikerwettbewerb statt, an dem AI natürlich teilnehmen mußte. Gewonnen hatte eine Jazzband und Al Cook wurde mit seinem Elvis-Titel "All Shook Up" trauriger Letzter. (Ein Foto dieses Auftrittes ist übrigens auf der zweiten Seite des Booklets von Al Cook's CD "Twenty Five Blues Years" zu sehen). Auslösendes Moment für diesen Mißerfolg war wahrscheinlich die Tatsache, daß er in erster Linie einmal vor fast lauter Pensionisten spielen mußte und zum Zweiten saßen in der ersten Reihe diverse Stadträte, die auf Grund der "obszönen" Bewegungen Al’s aufstanden und geschlossen den Saal verließen. Als Trostpreis bekam der Antialkoholiker Al Cook einen Karton Wein, den er halt am nächsten Tag an seine Arbeitskollegen weitergab. Für viele andere wäre damit die Musikerkarriere gelaufen gewesen - nicht so für Al. Er war einfach der Meinung noch nicht gut genug zu sein und übte verbissen weiter. Es dauerte noch gute 5 Jahre, bis er aus seinem Englisch diesen Wiener Akzent herausbrachte. Dazu kaufte er sich eine Schallplatte, auf der nur Interviews von Elvis Presley zu hören waren. Der ungemein starke Memphis-Akzent des jungen Elvis war für ihn anfangs, trotz vorzüglicher schulischer Leistungen in Englisch, total unverständlich. Erst nachdem sich Al diese Platte im wahrsten Sinne des Wortes Tag und Nacht angehört hatte, entwickelte er langsam ein Gefühl für diese Sprache und speziell auch für das "schwarz-amerikanische" Englisch. Während Al noch immer Rock'n'Roll-Star werden wollte, erhielt er durch Zufall von einem Nachbarn ein importiertes Tonband mit authentischen Blues- und Boogie-Aufnahmen. Durch unzähliges Anhören dieses Bandes, fand er zunehmend Gefallen an dieser Art von Musik. Vor allem in der Art und Weise, als daß er feststellte, das ist genau die Musik, in der ich meine Gefühle ausdrücken und in Kunst umsetzen kann. Nun begann ein schwieriger Umlernprozeß, denn die Blues-Gitarre war und ist eine ganz andere. Wer kannte damals in Österreich schon eine Slide-Gitarre? Und wieder wußte sich der gewissenhafte Autodidakt zu helfen. Er entdeckte auf dem Tonband eine Nummer, die mit einem Akkord abschloß. Also reduzierte er die Geschwindigkeit seines Gerätes und hörte sich diesen Akkord genauestens Ton um Ton an. So kam er dazu auch seine Gitarre so zu stimmen, daß sie der dazu notwendigen "Offenen Akkord-Stimmung" entsprach. So lebte und lernte er sich in den Blues. Seit seinen Anfängen "trainierte" Al täglich 5-8 Stunden. Und so handhabt er es auch heute noch. Dabei stand und steht bei ihm aber nicht akademisches Üben, sondern die Freude am Spielen im Vordergrund.